Arm in einer reichen Stadt – Auf den Spuren der Panzerknacker
Münster, 04.07.2010 – Gähnende Leere im unterirdischen Tresor der ehemaligen Bundesbank in Münster? Wo man einst im Geld schwimmen konnte, organisiert die Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) heute eine Vortragsreihe zum Thema Reichtum und Armut.
Anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut diskutieren Experten aus Politik und Wirtschaft über aktuelle Erkenntnisse zu Wohlstand und Mittellosigkeit und versuchen, Auswege aus der Armut aufzuzeigen. Für dieses Engagement erhielt die Vortragsreihe „Arm in einer reichen Stadt“ die Auszeichnung als „Ausgewählter Ort“ im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“. Im Rahmen der Preisverleihung freute sich Dr. Wilhelm Bauhus, Leiter der AFO: „Wir sind sehr stolz, ein ‚Ausgewählter Ort‘ im Land der Ideen zu sein. Den Wettbewerb schätzen wir, weil er frischen Ideen Raum gibt und ein Netzwerk aus kreativen Köpfen fördert. Dies bereichert unsere tägliche Arbeit.“
Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe konnten die 80 Besucher neben verschiedenen Vorträgen einen Workshop zum Thema Armut besuchen und die Katakomben des Gebäudes besichtigen. Anschließend wurde die Ausstellung „Unerhört – Armut in Münster“ eröffnet. Die Inhalte und das Konzept erarbeiteten Studierende der WWU und des Fachbereichs Design der Fachhochschule Münster in einem interdisziplinären Seminar. Der ehemalige Tresor der Bundesbank steht dabei als Symbol für Münsters „versteckte Armut“. Denn auch in der traditionell reichen westfälischen Stadt vergrößert sich die Schere zwischen Arm und Reich. Durch die Wahl des ungewöhnlichen Ortes wird das Thema für die Öffentlichkeit in besonderer Weise erlebbar.
Die Universität Münster hat bereits in der Vergangenheit erfolgreich am Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ teilgenommen. Mit der Vortragsreihe „Arm in einer reichen Stadt“ wird zum vierten Mal ein Projekt der Arbeitsstelle Forschungstransfer der WWU als „Ausgewählter Ort“ ausgezeichnet. Claudia-Ann Roel, Deutsche Bank, lobte die Initiative: „Die AFO wird damit erneut dem Ruf gerecht, als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zukunftsweisende Impulse zu setzen.“